Landgasthof übernehmen: Kosten, Pacht, Ablöse und Brauereivertrag 2026/2027

Einen Landgasthof zu übernehmen kostet bei einem mittleren Betrieb mit 60 bis 80 Plätzen in Pacht realistisch 150.000 bis 200.000 Euro Gesamtkapital, inklusive Ablöse, Investitionsstau und Liquiditätspuffer für fünf Monate. Tragbar ist die Pacht, wenn sie höchstens ein Achtel des Nettoumsatzes ausmacht. Vor der Unterschrift prüfst du BWA, Pachtvertrag, Brauereivertrag und Bausubstanz, und Fördermittel beantragst du, bevor du unterschreibst.

Der Anruf kommt meistens im Frühjahr. Ein Paar, Ende dreißig, hat am Wochenende einen Gasthof besichtigt: Fachwerk, Linde vor der Tür, Saal für 80 Personen, der alte Wirt geht in Rente. „Das ist es“, sagen sie. Dann schicken sie mir das Exposé, und auf Seite zwei steht eine Ablöse von 60.000 Euro für Inventar und Goodwill. Die Küche ist von 2004, die Ölheizung älter. Eine BWA gibt es „auf Nachfrage“. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob aus dem Traum ein Betrieb wird oder ein Kredit, den man zehn Jahre abbezahlt. In unserer Gastronomieberatung begleiten wir solche Übernahmen seit 2010, und die Muster wiederholen sich. Wer einen Landgasthof übernehmen will, braucht deshalb zuerst Zahlen und dann Gefühl. In diesem Beitrag rechnen wir die Übernahme komplett durch: Pacht oder Kauf, Ablöse, Investitionsstau, Brauereivertrag, Personal mit dem Mindestlohn 2026 und 2027, Saison, Fördermittel und die Fehler, die am meisten kosten.

Lohnt es sich, einen Landgasthof zu übernehmen?

Einen Landgasthof übernehmen lohnt sich, wenn drei Dinge zusammenpassen: eine Pacht, die der Umsatz tragen kann, ein Investitionsstau, den du vor der Unterschrift kennst, und ein Konzept, das zur Nachfrage im Ort passt. Auf dem Land ist das Angebot an Betrieben oft größer als die Zahl ernsthafter Interessenten. Das gibt dir Verhandlungsmacht, wenn du deine Zahlen kennst.

Viele Dorfgasthäuser schließen nicht, weil niemand mehr essen geht, sondern weil der Wirt in Rente geht und kein Nachfolger da ist. Für die Gemeinde fällt damit oft der letzte Treffpunkt weg, und genau deshalb sind Bürgermeister, Vereine und manchmal auch die Verpächter selbst bereit, einem guten Nachfolger entgegenzukommen. Wer einen Landgasthof übernehmen will, sollte diese Lage kennen und nutzen: bei der Pachthöhe, bei der Ablöse und bei der Frage, wer den Investitionsstau bezahlt.

Ein Landgasthof ist betriebswirtschaftlich fast immer ein Mischbetrieb. Gaststube, Saal, Biergarten, manchmal Fremdenzimmer und Catering für Hochzeiten und Vereinsfeste laufen unter einem Dach. Das sind mehrere Standbeine, die sich über das Jahr ausgleichen können. Es heißt aber auch: Jeder Bereich braucht seine eigene Kalkulation, seine eigene Besetzung und seine eigenen Preise. Wer den Saal so kalkuliert wie die Gaststube, verliert bei jeder Hochzeit Geld. Wie du einen Betrieb auf dem Land klar ausrichtest, steht im Beitrag zur Positionierung in der Landgastronomie.

Dorfbewohner mit Kindern und Senioren stehen am Abend vor einem beleuchteten Dorfwirtshaus und warten auf die Eröffnung
Das halbe Dorf steht vor der Tür. Gute Nachricht für den Umsatz, aber kein Ersatz für eine saubere Kalkulation. (KI-generierte Szene)

Dazu kommt die Frage, wer du für den Ort bist. Ein Landgasthof lebt von Stammgästen, Vereinen und Familienfeiern. Diese Gäste kennen den alten Wirt seit Jahrzehnten, nicht dich. Die ersten 12 bis 18 Monate sind deshalb Aufbauzeit. Wer das einplant, bleibt ruhig. Wer mit dem Umsatz des Vorgängers ab dem ersten Monat rechnet, gerät schnell in Schieflage. Wer auf der anderen Seite steht und seinen Betrieb abgeben will, findet die Sicht des Verpächters im Beitrag zur Unternehmensnachfolge in der Gastronomie.

Pacht oder Kauf: Was ist besser?

Für die meisten Erstübernahmen ist Pacht die bessere Wahl, weil du dein Kapital in Betrieb, Investitionsstau und Liquidität steckst statt in die Immobilie. Kauf lohnt sich für erfahrene Gastronomen mit Eigenkapital, die langfristig planen und Bausubstanz selbst bewerten können. Bei Kauf trägst du das gesamte Risiko für Dach, Heizung und Fassade allein, bei Pacht regelt der Vertrag, wer zahlt.

Kriterium Pacht Kauf
KapitalbedarfKaution, Ablöse, InvestitionenKaufpreis, Notar, Grunderwerbsteuer
Laufende LastMonatliche PachtZins und Tilgung
BausubstanzLaut Vertrag, oft VerpächterKomplett bei dir
AusstiegNach Laufzeit möglichVerkauf dauert und kostet
WertzuwachsKeinerMöglich
Passt fürErste Übernahme, begrenztes KapitalErfahrene Wirte, lange Planung

Bei der Pacht steht und fällt alles mit dem Vertrag. Entscheidend sind Laufzeit und Verlängerungsoption, die Verteilung der Instandhaltung zwischen „Dach und Fach“ beim Verpächter und allem anderen bei dir, Regeln für Investitionen, die du einbringst, und der Zustand bei Rückgabe. Eine Pacht über zehn Jahre ohne Option ist für eine Investition von 100.000 Euro zu kurz, weil du sie in dieser Zeit kaum abschreiben kannst. Worauf du im Detail achtest, steht im Beitrag zum Pachtvertrag in der Gastronomie. Lass den Vertrag vor der Unterschrift immer von einem Rechtsanwalt mit Erfahrung im Gastgewerbe prüfen. Wir sind keine Rechtsanwälte und ersetzen diese Prüfung nicht, wir rechnen aber mit dir durch, ob die Konditionen wirtschaftlich tragen.

Beim Kauf kommen Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch dazu, je nach Bundesland grob 5 bis 8 Prozent des Kaufpreises. Die Bank finanziert eine Gastronomieimmobilie auf dem Land zurückhaltend, weil sie im Ernstfall schwer verwertbar ist. Rechne deshalb mit einem höheren Eigenkapitalanteil als bei einer Wohnimmobilie. Welche Wege es gibt, steht im Beitrag zur Finanzierung in der Gastronomie.

Wie viel Pacht kann ein Landgasthof tragen?

Eine Pacht ist tragbar, wenn der Jahres-Nettoumsatz mindestens das Achtfache der Jahrespacht beträgt. Die Pacht liegt dann bei höchstens 12,5 Prozent vom Nettoumsatz. Für Betriebe mit starker Saison sollte sie eher bei 8 bis 10 Prozent liegen, weil schwache Monate den Jahresschnitt schönrechnen. Die Formel ist eine Faustregel aus der Praxis, kein Gesetz.

Rechenbeispiel Pacht mal acht

Verlangt werden 1.800 Euro Pacht netto im Monat, also 21.600 Euro im Jahr. Mal acht ergibt 172.800 Euro Nettoumsatz als Untergrenze, rund 14.400 Euro im Monat. Zeigt die BWA des Vorpächters zuletzt 135.000 Euro Nettoumsatz, trägt der Betrieb diese Pacht nicht. Tragbar wären dann rund 1.400 Euro im Monat. Diese Rechnung legst du beim Verpächter auf den Tisch.

Die Formel hat einen Haken: Sie rechnet mit dem Umsatz, den der Betrieb macht, nicht mit dem, den du dir erhoffst. Neue Pächter argumentieren gern mit „mit mir läuft das besser“. Das mag stimmen, aber dann zahlst du die höhere Pacht ab dem ersten Monat und den höheren Umsatz frühestens im zweiten Jahr. Verhandle deshalb auf Basis der Ist-Zahlen. Eine Staffelpacht, die im ersten Jahr niedriger beginnt und mit dem Umsatz steigt, ist für beide Seiten fair und auf dem Land gut durchsetzbar. In strukturschwachen Regionen liegen Pachten für mittlere Gasthöfe teils deutlich unter 1.000 Euro im Monat, weil Verpächter froh sind, überhaupt jemanden zu finden.

Zur Pacht gehören die Nebenkosten. In alten Gebäuden sind Heizung, Wasser und Abwasser oft der größere Brocken. Lass dir die Abrechnungen der letzten drei Jahre zeigen und rechne Pacht und Nebenkosten zusammen gegen den Umsatz. Wie du Raumkosten in die Kalkulation in der Gastronomie einbaust, damit sie auf jedem Teller ankommen, gehört zu den ersten Dingen, die wir in einer Übernahme klären.

Welche Zahlen des Vorpächters musst du prüfen?

Du brauchst die BWA mit Summen- und Saldenliste der letzten drei Jahre, dazu die Kassenumsätze der letzten 24 Monate nach Monaten. Daraus liest du Umsatzentwicklung, Wareneinsatz, Personalkosten, Saisonverlauf und Energiekosten ab. Gibt der Vorpächter keine Zahlen heraus, ist das ein Warnsignal. Ein Betrieb, der gut läuft, hat nichts zu verbergen.

Kennzahl Gesund Warnsignal
NettoumsatzStabil oder steigendStarker Rückgang im letzten Jahr
Wareneinsatz gesamt25 bis 28 %Über 28 %: Handlungsbedarf
Wareneinsatz Speisen28 bis 32 %Deutlich darüber
Wareneinsatz Getränke18 bis 22 %Deutlich darüber
PachtUnter 12,5 % vom UmsatzÜber 15 %
SaisonGleichmäßig verteilt3 Monate bringen über 60 % des Umsatzes
InhabergehaltIm Ergebnis erkennbarGewinn nur, weil der Wirt umsonst arbeitet

Wareneinsatz: Richtwerte der Gastro Piraten aus der Beratungspraxis. Pacht und Saison: Faustregeln.

Der letzte Punkt ist auf dem Land der häufigste Denkfehler. Viele alte Wirtsfamilien arbeiten zu zweit oder zu dritt ohne Lohn. In der BWA steht dann ein ordentlicher Gewinn, der in Wahrheit das Gehalt der Familie ist. Wenn du diese Arbeit mit Personal ersetzen musst, ist der Gewinn weg. Rechne deshalb immer: Ergebnis laut BWA minus das, was die Arbeit der Familie am Markt kosten würde. Was dann bleibt, ist der echte Gewinn. Wie du eine BWA liest, erklären wir im Beitrag BWA in der Gastronomie verstehen.

Wenn keine BWA kommt, frag nach Ersatzdaten: Kassenauswertungen nach Monaten, Getränkebestellungen bei der Brauerei, Energieabrechnungen und Einkaufsrechnungen des Großhändlers. Aus den Getränkemengen lässt sich der Umsatz grob zurückrechnen, weil Bier, Wein und Softdrinks in festen Gebinden kommen. Werden auch diese Daten verweigert, lass es. Wer seine Zahlen nicht zeigen will, hat Zahlen, die er nicht zeigen möchte.

Bevor du unterschreibst: Wir prüfen die Zahlen des Vorpächters

In der BWA-Analyse vor der Übernahme gehen wir BWA und Summen- und Saldenliste der letzten drei Jahre durch, rechnen die Familienarbeit heraus, prüfen Pacht, Ablöse und Saisonverlauf und sagen dir klar, ob der Betrieb trägt und was du verhandeln solltest.

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Wie hoch darf die Ablöse sein?

Die Ablöse sollte sich am Zeitwert des Inventars orientieren, also Neupreis minus Alter und Abnutzung, plus Warenbestand zum Einkaufspreis. Goodwill ist nur gerechtfertigt, wenn der Betrieb über Jahre nachweislich Gewinn gemacht hat und die Gäste dem Haus treu sind, nicht dem Wirt. Bei einem Gasthof, den der Vorgänger aufgibt, ist hoher Goodwill meist ein Phantomwert.

In einer Ablöse stecken typischerweise fünf Posten: Küchentechnik und Mobiliar zum Zeitwert, Geschirr und Kleininventar, Warenbestand im Lager, Leergut und Pfand, und der Geschäftswert. Lass dir jeden Posten einzeln auflisten und belegen. Ein Zeitwertgutachten für das Inventar kostet wenige hundert Euro und senkt die Ablöse in der Praxis regelmäßig um fünfstellige Beträge. Prüfe außerdem, ob Teile des Inventars gar nicht dem Vorpächter gehören. Zapfanlage, Kühlzellen und Gastraummöbel stammen auf dem Land oft von der Brauerei und gehören zum Brauereivertrag, nicht zur Ablöse.

Betrieb Inventar Ablöse gesamt
Kleines Gasthaus, unter 40 Plätze, altes Inventar3.000 bis 10.000 €3.000 bis 15.000 €
Mittlerer Gasthof, 50 bis 80 Plätze10.000 bis 30.000 €15.000 bis 50.000 €
Gut geführt, mit Saal25.000 bis 60.000 €35.000 bis 100.000 €
Mit Fremdenzimmern30.000 bis 80.000 €30.000 bis 130.000 €

Einschätzung der Gastro Piraten aus der Beratungspraxis. Jeder Betrieb wird einzeln bewertet.

Eine Faustregel aus der Praxis: Liegt die Ablöse über dem, was der Betrieb in einem Jahr an echtem Gewinn macht, also nach Abzug eines marktüblichen Inhabergehalts, wird es eng. Dann bezahlst du den Vorgänger mit Geld, das du für die Küche und den ersten Winter brauchst. Ablöse ist immer verhandelbar, und auf dem Land sitzt der Nachfolger oft am längeren Hebel.

Was ist mit dem Brauereivertrag?

Viele Landgasthöfe sind über einen Getränkelieferungsvertrag an eine Brauerei gebunden, oft verbunden mit einem Darlehen, einer Zapfanlage oder Mobiliar. Bei der Übernahme musst du klären, ob der Vertrag auf dich übergeht, welche Mindestabnahme drinsteht, wie lange er noch läuft und was die Brauerei zurückfordert, wenn die Menge nicht erreicht wird. Das gehört vor die Unterschrift unter den Pachtvertrag.

Die Bindung ist nicht automatisch schlecht. Eine Brauerei kann Anschubhilfe leisten, die keine Bank gibt: Zapfanlage, Kühlung, Schirme, Werbung, manchmal ein zinsgünstiges Darlehen. Dafür zahlst du über Jahre einen höheren Einkaufspreis pro Hektoliter und bist an Sortiment und Menge gebunden. Problematisch wird es, wenn der Vorpächter seine Mindestmenge nicht geschafft hat und die Brauerei die Differenz beim Nachfolger einfordern will. Oder wenn die Mindestabnahme auf einem Umsatz beruht, den der Betrieb seit Jahren nicht mehr macht.

Diese fünf Fragen stellst du der Brauerei

Läuft der Vertrag auf den Pächter oder auf den Eigentümer? Wie hoch ist die jährliche Mindestabnahme in Hektoliter, und wie viel wurde in den letzten drei Jahren tatsächlich abgenommen? Welches Darlehen oder Inventar ist noch offen? Was passiert bei Unterschreitung? Und zu welchem Preis pro Hektoliter beziehst du ab Übernahme?

René Kaplick hat selbst für Brauereien gearbeitet und kennt diese Verträge von der Anbieterseite. In der Praxis lassen sich Laufzeit, Mindestmenge und Preis bei einem Pächterwechsel fast immer neu verhandeln, weil die Brauerei den Ausschank im Ort behalten will. Wie viel Spielraum der Bierpreis danach noch hat, rechnen wir im Beitrag zum Bierpreis in der Gastronomie durch.

Wie erkennst du den Investitionsstau?

Den Investitionsstau erkennst du nur mit einer Begehung durch Fachleute vor der Unterschrift: Küchentechniker, Heizungsbauer und Elektriker, dazu der letzte Prüfbericht der Lebensmittelüberwachung. Bei einem Gasthof, der nach 20 oder mehr Jahren abgegeben wird, ist ein Stau von 50.000 Euro und mehr der Normalfall, nicht die Ausnahme. Was du vorher kennst, kannst du verhandeln. Was du danach findest, bezahlst du.

Junger Koch und erfahrene Köchin wiegen in der Küche eines Landgasthofs Fleischportionen auf einer digitalen Waage ab
Übergabe in der Küche: Die Rezepturen kann man aufschreiben, den Zustand des Kombidämpfers muss man prüfen lassen. (KI-generierte Szene)
Position Kosten netto Priorität
Küchentechnik15.000 bis 50.000 €Hoch
Heizung12.000 bis 35.000 €Hoch
Toiletten, Barrierefreiheit5.000 bis 20.000 €Hoch
Lüftung und Abluft8.000 bis 30.000 €Hoch
Elektro und Sicherheit5.000 bis 20.000 €Mittel
Gastraum8.000 bis 25.000 €Mittel
Kassensystem mit TSE1.500 bis 5.000 €Pflicht
Terrasse, Biergarten3.000 bis 15.000 €Saisonal
Dach, Fassade, Fenster10.000 bis 80.000 €Meist Verpächter

Einschätzung der Gastro Piraten aus Übernahmeprojekten. Hol für jede Position Angebote ein.

Eine Begehung mit Fachhandwerkern kostet wenige hundert Euro und ist das beste Geld, das du in der ganzen Übernahme ausgibst. Frag beim Vorpächter nach Wartungsnachweisen für Kombidämpfer, Kühlung, Fettabscheider und Heizung. Fehlen sie, setz die Geräte mit Restwert null an. Mängel aus dem Prüfbericht der Lebensmittelüberwachung sind deine Verhandlungsgrundlage: Entweder sinkt die Ablöse, oder der Verpächter beseitigt sie vor der Übergabe. Was bei der Lüftung gilt, steht im Beitrag zur Be- und Entlüftung in der Gastronomie. Die Kasse muss eine zertifizierte TSE haben, und was ab 2028 mit der Registrierkassenpflicht kommt, steht im Beitrag zur Registrierkassenpflicht in der Gastronomie.

Wie viel Kapital brauchst du insgesamt?

Für einen mittleren Landgasthof mit 60 bis 80 Plätzen in Pacht liegt der Gesamtkapitalbedarf realistisch bei rund 190.000 Euro: etwa 125.000 Euro für Ablöse, Investitionen, Erstausstattung und Reserve, dazu rund 65.000 Euro Liquiditätspuffer für fünf Monate. Bei gutem Zustand und ohne Ablöse geht es mit rund 60.000 Euro, bei großem Investitionsstau mit deutlich über 300.000 Euro.

Posten Minimum Realistisch Großer Stau
Ablöse5.000 €25.000 €60.000 €
Kasse, Hygiene2.000 €5.000 €8.000 €
Küche0 €20.000 €45.000 €
Gastraum3.000 €12.000 €25.000 €
Toiletten0 €8.000 €20.000 €
Heizung0 €15.000 €35.000 €
Konzept, Einrichtung1.000 €8.000 €20.000 €
Erstlager3.000 €6.000 €10.000 €
Genehmigung, Beratung500 €2.000 €4.000 €
Eröffnungsmarketing500 €3.000 €7.000 €
Kaution, 3 Monatspachten3.000 €5.400 €8.000 €
Reserve 15 %2.700 €16.000 €36.000 €
Investition20.700 €125.400 €278.000 €
Liquidität 5 Monate40.000 €65.000 €90.000 €
Gesamt60.700 €190.400 €368.000 €

Beispielrechnung der Gastro Piraten für einen Landgasthof mit 60 bis 80 Plätzen in Pacht, ohne Fremdenzimmer, alle Werte netto.

Der Liquiditätspuffer ist der Posten, der am häufigsten zu knapp angesetzt wird, und der einzige, der dich durch den ersten Winter bringt. Fünf Monate Fixkosten sind auf dem Land das Minimum, weil du in der Regel nicht in der Hochsaison startest und die Stammgäste erst kommen, wenn sie dich kennen. Die Bank will das im Businessplan sehen: eine Rentabilitäts- und Liquiditätsvorschau über mehrere Jahre, das erste Jahr monatlich. Wie das aussieht, steht im Beitrag zum Businessplan für die Gastronomie, wie du die Monate danach steuerst, im Beitrag zur Liquiditätsplanung in der Gastronomie.

Was kostet das Personal ab 2026?

Ein mittlerer Landgasthof ohne Familienarbeit kostet beim Mindestlohn von 13,90 Euro rund 9.000 Euro Personal im Monat, ohne Inhabergehalt. Ab 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn auf 14,60 Euro, das sind bei derselben Besetzung rund 300 Euro mehr im Monat. Minijobs sind 2026 bis 603 Euro im Monat möglich. Rechne diese Steigerung jetzt in deine Übernahme ein.

Position Stunden Brutto Gesamt mit AG-Anteil
Koch160 h2.500 €3.050 €
Servicekraft Vollzeit160 h2.224 €2.713 €
Theke Teilzeit80 h1.112 €1.357 €
Küchenhilfe Teilzeit80 h1.112 €1.357 €
Aushilfe Minijob30 h417 €534 €
Summe 20269.011 €

Mindestlohn 2026: 13,90 € je Stunde, ab 1.1.2027: 14,60 € (Mindestlohnkommission). AG-Anteil rund 22 % bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, Minijob-Pauschale rund 28 %. Ab 2027 steigt die Summe auf rund 9.300 €. Inhaberpaar kalkulatorisch zusätzlich 4.000 bis 6.000 €.

Auf dem Land ist nicht die Lohnhöhe das größte Problem, sondern die Verfügbarkeit. Ausgebildete Köche zieht es in die Städte, und wer im Dorf einen Koch findet, ist von ihm abhängig. Fällt er aus, steht die Küche. Viele Landgasthöfe lösen das mit Familienarbeit und Aushilfen aus dem Ort: Schüler, Studenten in den Ferien, Rentner für den Saal. Das hält die Kosten niedrig, hat aber eine Grenze. Wer als Paar sieben Tage die Woche selbst in Küche und Service steht, brennt aus. Plane deshalb mindestens einen Ruhetag und einen zweiten Menschen, der das Kernhandwerk in der Küche beherrscht.

Achte bei Aushilfen auf die Minijob-Grenze. Wer 2026 mehr als 603 Euro im Monat verdient, ist kein Minijobber mehr, und bei 13,90 Euro sind das gut 43 Stunden. Saalfeste mit langen Nächten reißen diese Grenze schnell. Was 2027 gilt, steht im Beitrag zu Minijobs in der Gastronomie 2027, wie du Personalkosten insgesamt steuerst, im Beitrag zu den Personalkosten in der Gastronomie. Wie du auf dem Land überhaupt Leute findest und hältst, steht im Beitrag Mitarbeiter in der Gastronomie finden und halten.

Wie gehst du mit der Saison um?

Viele Landgasthöfe sind faktisch Saisonbetriebe, auch wenn sie das ganze Jahr geöffnet haben. In Tourismusregionen bringen die starken Monate ein Vielfaches der schwachen, im Dorf ohne Tourismus tragen Weihnachten, Hochzeiten und Feste. Entscheidend ist, die monatlichen Umsätze des Vorgängers zu kennen und in den guten Monaten Rücklagen für die schwachen zu bilden.

Lage Stark Schwach
Alpen, VoralpenWinter und SommerApril, Mai, November
MittelgebirgeSommer, AdventJanuar bis März
KüsteJuli, AugustOktober bis April
Dorf ohne TourismusFeste, Advent, HochzeitenJanuar, Februar

Die Saison ist auch eine Chance. Der Saal bringt im Winter Weihnachtsfeiern und im Frühjahr Konfirmationen, der Biergarten im Sommer den Umsatz, den die Stube nicht schafft. Wer beides bewusst plant, glättet das Jahr. Wie du den Biergarten wirtschaftlich aufstellst, steht im Beitrag zum Biergarten und Umsatz, wie Feste und Feiern sauber kalkuliert werden, im Beitrag zu Veranstaltungen in der Gastronomie. Ein Ruhetag mehr im Januar ist oft wirtschaftlicher als ein leerer Gastraum mit voller Besetzung.

Welchen Umsatz brauchst du jeden Monat?

Ein mittlerer Landgasthof mit 1.800 Euro Pacht, rund 7.000 Euro Personal und einem kalkulatorischen Gehalt für das Inhaberpaar braucht realistisch rund 21.600 Euro Nettoumsatz im Monat, um alle Kosten zu decken. Gerechnet ist mit einem Wareneinsatz von 27 Prozent. Kleine Betriebe mit Familienarbeit kommen mit rund 9.600 Euro aus, große mit Saal deutlich darüber.

Monatlich, netto Klein Mittel Groß
Pacht mit Nebenkosten800 €1.800 €3.000 €
Personal3.000 €7.000 €12.500 €
Inhabergehalt2.000 €4.500 €7.000 €
Energie500 €900 €1.800 €
Versicherungen100 €220 €400 €
Buchhaltung, Steuerberater150 €300 €450 €
GEMA, Rundfunk50 €120 €200 €
Rücklage Instandhaltung200 €500 €1.000 €
Sonstiges200 €400 €800 €
Kosten ohne Ware7.000 €15.740 €27.150 €
Nötiger Umsatz bei 27 % Wareneinsatz9.600 €21.600 €37.200 €

Beispielrechnung der Gastro Piraten. Nötiger Umsatz = Kosten ohne Ware geteilt durch 0,73, gerundet.

Diese Zahl ist deine Untergrenze für jeden Monat, auch im Januar. Teil sie durch deine Öffnungstage und durch den Durchschnittsbon, dann weißt du, wie viele Gäste du am Tag brauchst. Bei 21.600 Euro, 24 Öffnungstagen und 30 Euro netto pro Gast sind das 30 Gäste am Tag. Das ist auf dem Land machbar, aber nicht von selbst. Alte Gebäude haben zudem oft hohe Energiekosten, lass dir deshalb die Abrechnungen der letzten drei Jahre zeigen.

Welche Fördermittel gibt es?

Für die Übernahme eines Landgasthofs kommen vor allem günstige Kredite der KfW über die Hausbank, Bürgschaften der Bürgschaftsbanken der Länder, Investitionszuschüsse aus Landesprogrammen und aus dem EU-Programm LEADER sowie Zuschüsse zu Beratungskosten in Frage. Fast alle Programme haben eine Bedingung gemeinsam: Der Antrag muss gestellt sein, bevor du unterschreibst oder die Investition beginnt.

Programm Wofür Wo
KfW ERP-Gründerkredit StartgeldGründung und Übernahme, bis 125.000 €Hausbank
BürgschaftsbankSicherheit, wenn sie fehltHausbank, Land
LandesförderbankenInvestitionen, je Land verschiedenFörderbank des Landes
LEADERProjekte im ländlichen RaumLokale Aktionsgruppe
BeratungsförderungZuschuss zu BeratungskostenBund oder Land

Programme und Konditionen ändern sich. Aktueller Stand bei der KfW und der Förderbank deines Landes.

Die LEADER-Aktionsgruppen sind auf dem Land oft der unterschätzte Weg. Ein Dorfgasthaus als Treffpunkt passt genau in das, was diese Programme fördern sollen, und die Ansprechpartner sitzen in der Region. Frag beim Landkreis nach, welche Aktionsgruppe zuständig ist, und sprich vor der Unterschrift mit ihr. Wer aus der Arbeitslosigkeit gründet, prüft zusätzlich den Gründungszuschuss, dazu mehr im Beitrag zum Gründungszuschuss in der Gastronomie. Ob KfW-Kredit oder klassisches Darlehen besser passt, steht im Beitrag KfW versus Hausbank.

Wie sieht das in der Praxis aus?

In der Praxis scheitern Übernahmen selten an der Pacht, sondern an dem, was nach der Unterschrift auftaucht. Typisch ist ein Paar aus der Stadt, das einen gut gelegenen Gasthof übernimmt, die Pacht sauber durchrechnet und die Technik erst nach dem Einzug prüfen lässt. Dann kommen Heizung, Kombidämpfer und Terrasse in den ersten Monaten auf einmal.

Mann mit Brille sitzt in der holzvertäfelten Stube eines Gasthofs vor Laptop und Aktenordnern und prüft Zahlen
Drei Jahre BWA, ein Laptop, viel Kaffee: So sieht die Prüfung vor der Unterschrift aus. (KI-generierte Szene)

Aus der Beratungspraxis: Landgasthof im bayerischen Voralpenland

Ein Paar aus München übernahm einen Gasthof mit 70 Plätzen, Saal für 60 Personen und Biergarten mit 40 Plätzen. Pacht 1.600 Euro netto im Monat, Ablöse 28.000 Euro. Die Pacht passte: Der Vorgänger hatte in guten Jahren rund 180.000 Euro netto umgesetzt, Pacht mal acht ergab 153.600 Euro.

Geprüft wurde die Technik erst nach der Unterschrift. Der Kombidämpfer brauchte einen neuen Brenner für 3.800 Euro, die Ölheizung musste innerhalb von 18 Monaten ersetzt werden, 22.000 Euro, und die Terrasse wurde wegen morscher Träger gesperrt, 9.500 Euro Sanierung. Zusammen 35.300 Euro ungeplant in den ersten neun Monaten. Dazu blieb eine Stammtischrunde dem alten Wirt treu.

Gerettet hat den Betrieb der Liquiditätspuffer von 65.000 Euro, der von Anfang an eingeplant war, und ein LEADER-Zuschuss für die Heizung. Nach 18 Monaten lief der Betrieb mit eigenem Stammpublikum stabil. Mit einer Begehung vor der Unterschrift wären Ablöse oder Pacht um diesen Betrag verhandelbar gewesen. Name und Ort anonymisiert, der Fall beruht auf einem Beratungsprojekt der Gastro Piraten.

Genau das prüfen wir vor der Unterschrift: Zahlen des Vorpächters, Pacht, Ablöse, Brauereivertrag und die Liste dessen, was Handwerker sich ansehen müssen. Eine Restaurantberatung vor der Übernahme kostet einen Bruchteil dessen, was ein übersehener Heizungstausch kostet.

Welche Fehler kosten am meisten?

Am teuersten sind der ungeprüfte Investitionsstau, eine Ablöse mit Phantom-Goodwill, ein übernommener Brauereivertrag mit unerfüllbarer Mindestmenge, eine BWA ohne herausgerechnete Familienarbeit, Fördermittel, die erst nach der Unterschrift beantragt werden, und ein zu kleiner Liquiditätspuffer für den ersten Winter. Jeder dieser Fehler kostet schnell fünfstellig.

Fehler Folge Lösung
Technik nicht geprüftFünfstellige ÜberraschungBegehung vor Unterschrift
Ablöse ohne GutachtenGoodwill für Stammgäste, die gehenZeitwert, Posten einzeln
Brauereivertrag ungelesenNachforderung, hoher HektoliterpreisVor Übernahme neu verhandeln
Familienarbeit übersehenGewinn existiert nur auf PapierMarktlohn herausrechnen
Förderung zu spätAbsage trotz passendem ProgrammAntrag vor Vertrag
Puffer zu kleinDer erste Winter wird zum letztenMindestens 5 Monate Fixkosten
Kein InhabergehaltJahre ohne EinkommenVon Anfang an einplanen
Mindestlohn 2027 vergessenPlan stimmt ab Januar nicht mehr14,60 € jetzt einrechnen

Übernahme-Check: Bist du bereit zur Unterschrift?

  • ☐ BWA und Summen- und Saldenliste der letzten drei Jahre liegen vor?
  • ☐ Monatsumsätze der letzten 24 Monate liegen vor?
  • ☐ Familienarbeit des Vorgängers herausgerechnet?
  • ☐ Pacht höchstens ein Achtel des Nettoumsatzes?
  • ☐ Ablöse Posten für Posten mit Zeitwert belegt?
  • ☐ Brauereivertrag gelesen, Mindestmenge und Restdarlehen bekannt?
  • ☐ Küche, Heizung, Elektro und Lüftung von Fachleuten begutachtet?
  • ☐ Pachtvertrag von einem Rechtsanwalt geprüft?
  • ☐ Förderanträge vor der Unterschrift gestellt?
  • ☐ Liquidität für mindestens fünf Monate, mit Mindestlohn 2027 gerechnet?

Wenn du bei mehr als zwei Punkten zögerst, unterschreib noch nicht. In unserer Gastronomieberatung gehen wir die Liste mit dir durch, bevor das Geld weg ist. Ein Gastronomieberater, der seit 2010 Übernahmen begleitet, sieht die typischen Fallen in der BWA schnell. Ob du einen Landgasthof, ein Restaurant übernehmen oder eine andere Gastronomie übernehmen willst: Die Fragen sind dieselben, nur die Zahlen ändern sich. Mehr zu unserer Beratung unter Beratung für Gastronomie und Hotellerie, die laufende Auswertung nach der Übernahme unter BWA und Controlling.

Ein Berater für Gastronomie ersetzt dabei weder Steuerberater noch Rechtsanwalt. Wir rechnen, ob sich die Übernahme trägt, und bereiten die Unterlagen so vor, dass Bank, Steuerberater und Anwalt schnell arbeiten können. Das ist Unternehmensberatung Gastronomie im Kern, mehr dazu unter unseren Leistungen. Hat der Gasthof Fremdenzimmer, kommt die Hotelberatung dazu, mit Zimmerpreis, Frühstück und Belegung. Und für alle, die zum ersten Mal selbstständig werden, ist die Übernahme eine Existenzgründung mit allem, was dazugehört: Gründungsberatung, Businessplan und Bankgespräch, mehr dazu unter Existenzgründung.

Nach der Übernahme zählt, dass der Ort dich kennenlernt. Gastronomie Marketing auf dem Land heißt: Eröffnungsfest mit den Vereinen, ein gepflegtes Google-Profil, ein Aushang beim Bäcker und eine Karte, die zeigt, was sich ändert und was bleibt. Mehr unter Gastronomie Marketing. Die Kalkulation in der Gastronomie sorgt dann dafür, dass Saal, Stube und Biergarten jeweils Geld verdienen. Ob Restaurantberatung, Hotelberatung oder Gründungsberatung: Ein Berater für Gastronomie, der Zahlen und Küche kennt, spart dir die teuren Lektionen, und eine Unternehmensberatung Gastronomie, die vor der Unterschrift rechnet, spart dir den teuersten Fehler.

Wer hier schreibt

René Kaplick ist in der Gastronomie aufgewachsen und hat mit zehn Jahren die ersten Gäste bedient. Danach kamen Kochausbildung, Sternegastronomie im First Floor Berlin und der Abschluss als Handelsfachwirt. Er hat für Brauereien gearbeitet und kennt Bierlieferungsverträge von beiden Seiten des Tresens. Seit 2010 hat er mit den Gastro Piraten über 5.600 Betriebe begleitet, KfW- und BAFA-akkreditiert und als DEHOGA-Partner. Er ist Gründer und CEO der Gastro Piraten, Keynote-Speaker und Autor. Mehr über uns.

Zum Weiterlesen: Bevor du aufschließt

Was du vor der Unterschrift unter Pacht- oder Kaufvertrag wissen musst, von Standort über Finanzierung bis zum ersten Monat, steht in „Bevor du aufschließt“. Wo das Geld danach hingeht, zeigt Band 1 der Reihe „Vom Wirt zum Unternehmer“. Beide von René Kaplick.

Bevor du aufschließtBand 1: Wo dein Geld hingeht

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Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, was du vom Verpächter brauchst. Danach prüfen wir in der BWA-Analyse vor der Übernahme Zahlen, Pacht, Ablöse und Brauereivertrag, zum Festpreis von 699 Euro zzgl. Umsatzsteuer.

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Häufige Fragen zur Übernahme eines Landgasthofs

Was kostet es, einen Landgasthof zu übernehmen?

Für einen mittleren Landgasthof mit 60 bis 80 Plätzen in Pacht brauchst du realistisch rund 190.000 Euro Gesamtkapital. Darin stecken Ablöse, Investitionsstau, Erstausstattung, eine Reserve von 15 Prozent und ein Liquiditätspuffer für fünf Monate. Bei gutem Zustand ohne Ablöse reichen rund 60.000 Euro, bei großem Stau sind es über 300.000 Euro.

Wie viel Pacht ist für einen Landgasthof angemessen?

Die Faustregel heißt Pacht mal acht: Der Jahres-Nettoumsatz sollte mindestens das Achtfache der Jahrespacht betragen, die Pacht also höchstens 12,5 Prozent vom Umsatz ausmachen. Bei 1.800 Euro Monatspacht brauchst du rund 172.800 Euro Nettoumsatz im Jahr. In Saisonregionen sollte die Pacht niedriger liegen.

Was muss ich vor der Übernahme eines Restaurants prüfen?

BWA und Summen- und Saldenliste der letzten drei Jahre, Monatsumsätze der letzten 24 Monate, den Pachtvertrag, einen bestehenden Brauereivertrag, die Ablöse Posten für Posten und den technischen Zustand von Küche, Heizung, Elektro und Lüftung. Den Pachtvertrag lässt du von einem Rechtsanwalt prüfen, die Zahlen von einem Gastronomieberater.

Muss ich den Brauereivertrag des Vorpächters übernehmen?

Das hängt davon ab, ob der Vertrag auf den Pächter oder den Eigentümer läuft und was im Pachtvertrag steht. Prüfe Mindestabnahme, Laufzeit, Restdarlehen und Hektoliterpreis vor der Unterschrift. Bei einem Pächterwechsel lassen sich diese Punkte in der Praxis fast immer neu verhandeln, weil die Brauerei den Ausschank behalten will.

Wie hoch darf die Ablöse für einen Gasthof sein?

Die Ablöse sollte sich am Zeitwert von Inventar und Warenbestand orientieren. Goodwill ist nur gerechtfertigt, wenn der Betrieb über Jahre nachweislich Gewinn gemacht hat. Liegt die Ablöse über einem Jahresgewinn nach marktüblichem Inhabergehalt, wird es eng. Ein Zeitwertgutachten kostet wenige hundert Euro.

Welche Förderung gibt es für die Übernahme einer Gastronomie?

Infrage kommen der ERP-Gründerkredit Startgeld der KfW bis 125.000 Euro, Bürgschaften der Bürgschaftsbanken, Investitionsprogramme der Landesförderbanken, LEADER-Mittel für den ländlichen Raum und Zuschüsse zu Beratungskosten. Fast alle Programme verlangen, dass der Antrag vor der Unterschrift oder vor Investitionsbeginn gestellt wird.

Was kostet eine Gastronomieberatung vor der Übernahme?

Bei den Gastro Piraten beginnt die Prüfung vor der Übernahme mit der BWA-Analyse zum Festpreis von 699 Euro zzgl. Umsatzsteuer: drei Jahre BWA und Summen- und Saldenliste, Pacht, Ablöse und Brauereivertrag, Übergabe im Videocall und als PDF. Eine weitergehende Begleitung bis zur Eröffnung bieten wir nach Umfang zum vorher vereinbarten Festpreis an, oft mit Förderung.

Wie lange dauert es, bis ein übernommener Landgasthof Gewinn macht?

Realistisch 12 bis 24 Monate, bis der Betrieb dauerhaft über der Gewinnschwelle liegt und ein eigenes Stammpublikum hat. Wer in der Hochsaison startet und ein passendes Konzept hat, schafft es schneller. Wer im Herbst übernimmt, muss zuerst durch den Winter, und dafür ist der Liquiditätspuffer da.

Ein Landgasthof ist Herzblut, aber er wird mit Zahlen unterschrieben: Erst BWA, Pacht, Ablöse und Brauereivertrag prüfen, dann die Technik begutachten lassen, dann Förderung beantragen, und erst danach unterschreiben.

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