Imbiss eröffnen: Was es wirklich kostet – die vollständige Kostenübersicht 2025/2026
Existenzgründung & Übernahme | Lesedauer: ca. 13 Minuten
Ein Imbiss gilt als der einfachste Einstieg in die Gastronomie. Kleines Konzept, überschaubare Fläche, keine Bedienungsmannschaft, direkter Verkauf. Das Startkapital wird oft mit 10.000 bis 20.000 Euro beziffert. Und genau diese Zahl ist der erste große Irrtum.

Klar: Einen echten Minimalstand an einem Markt, mit einem gebrauchten Imbisswagen und ohne Personal – das geht vielleicht für 15.000 Euro. Aber ein festes Imbisslokal in einer Stadt, mit einer richtigen Küche, Genehmigungen, drei Monaten Anlaufphase und einem Mindestmaß an Profil? Das kostet deutlich mehr. Und wer das nicht weiß, scheitert nicht erst an der Qualität seines Dönerspießes.
Die gute Nachricht: Der Imbiss ist wirtschaftlich interessant. Weniger Personalaufwand als ein Restaurant, schnelle Produktionszyklen, hohe Transaktionszahlen bei kleinem Bon. Wenn die Kalkulation stimmt und der Standort passt, kann ein gut geführter Imbiss stabiler laufen als ein Restaurant doppelter Größe.
Dieser Artikel zeigt dir, was wirklich draufgeht – für jeden der gängigen Imbiss-Typen. Separat.
Der Imbissmarkt in Deutschland – und warum der Typ alles entscheidet
Laut Destatis und IBISWorld waren 2022 rund 37.600 Imbissbetriebe in Deutschland gemeldet, die zusammen rund 6 Milliarden Euro Umsatz erwirtschafteten und über 170.000 Personen beschäftigten. Gleichzeitig ist die Zahl der Neugründungen rückläufig, und die Insolvenzrate liegt ähnlich hoch wie bei Restaurants und Cafés. (Quelle: Destatis Unternehmensstatistik 2023; IBISWorld Imbissmarkt Deutschland 2024)
Was hinter diesen Zahlen steckt: Es gibt nicht ‚den Imbiss‘. Es gibt sechs völlig unterschiedliche Betriebskonzepte, die alle ‚Imbiss‘ heißen, aber andere Investitionen, andere Genehmigungen, andere Kalkulationen und andere Risiken haben.
| Imbisstyp | Typische Fläche | Besonderheit | Einstiegshürde |
| Klassischer Pommes-/Currywurst-Imbiss | 20 – 50 qm | Fokus auf Frittiertes, Grill, Saucen | Mittel – Küchentechnik definiert Qualität |
| Dönerladen / Türkischer Imbiss | 25 – 60 qm | Döneranlage als Herzstück, hohe Taktfolge | Mittel bis hoch – Rohstoffkosten entscheidend |
| Burger-Imbiss / Streetfood-Konzept | 30 – 80 qm | Eigene Rezepturen, Premium-Positionierung möglich | Mittel bis hoch – Differenzierung notwendig |
| Asiatischer Imbiss (Wok, Sushi, Ramen) | 30 – 70 qm | Breites Sortiment, hohe Zubereitungskompetenz | Hoch – Fachkenntnisse und spezifisches Equipment |
| Foodtruck / mobiler Imbiss | Fahrzeug | Maximale Flexibilität, kein Mietrisiko | Hoch – Fahrzeugkosten, Standortgenehmigungen |
| Imbisswagen / Marktstand | Wagen / Stand | Niedriger Fixkostenblock, wetterabhängig | Niedrig bis mittel – aber begrenzte Skalierung |
Jeder dieser Typen braucht eine eigene Kalkulation. Wir rechnen in diesem Artikel hauptsächlich mit dem festen Imbisslokal (30 bis 60 qm) – dem häufigsten Gründungstyp. Foodtruck und Imbisswagen bekommen einen eigenen Abschnitt, weil sie strukturell komplett anders funktionieren.
| Das entscheidende Merkmal jedes Imbisses: der StandortKein Konzept in der Gastronomie ist so standortabhängig wie der Imbiss. Ein Restaurant kann Stammgäste aufbauen, die gezielt kommen. Ein Café kann ein Ziel sein. Ein Imbiss lebt vom Vorbeilaufen. Wer an einer Stelle steht, an der niemand vorbeiläuft, hat kein Imbiss-Problem – er hat ein Standort-Problem. Und das lässt sich nicht durch bessere Currywurst lösen. (Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis) |
Investitionskosten: Festes Imbisslokal (30 bis 60 qm)
Wir rechnen mit einem klassischen Imbiss-Lokal: 40 qm Gesamtfläche, Küche und Verkaufstheke, wenige oder keine Sitzplätze, fünf bis sechs Öffnungstage, Mittelstadt. Das ist die häufigste Konstellation bei Neugründungen.
Position 1: Umbau und Ausbau
Imbisslokale brauchen eine funktionierende Küche mit ausreichend Strom- und Gasanschlüssen, eine ordnungsgemäße Lüftungsanlage mit Fettabscheider (Pflicht in fast allen Gemeinden), Hygieneanforderungen für Lebensmittelverarbeitung (Fliesenböden, waschbare Wände, Handwaschbecken getrennt vom Spülbecken) und Brandschutzmaßnahmen.
Je nach Ausgangszustand der Fläche: Eine bereits als Gaststätte genutzte Fläche, die nur kleinere Anpassungen braucht, kann mit 8.000 bis 15.000 Euro auskommen. Ein Umbau von einem Ladenlokal zur Imbissküche: 18.000 bis 45.000 Euro. In manchen Fällen mehr, wenn die Lüftungsanlage kompliziert zu verlegen ist.
Lüftungsanlage allein: 4.000 bis 12.000 Euro, abhängig von Rohrlängen und Abzug. Fettabscheider: 1.500 bis 5.000 Euro. Das sind zwei Positionen, die fast immer unterschätzt werden.
Position 2: Küchentechnik – konzeptabhängig und entscheidend
Das Herzstück des Imbisses ist die Küchentechnik. Und die hängt direkt vom Konzept ab. Wer Döner verkauft, braucht eine Döneranlage. Wer Pommes verkauft, braucht eine Fritteuse. Wer Burger macht, braucht eine Grillplatte. Jedes Konzept hat sein eigenes Equipment-Profil.
| Gerät | Klasse / Beschreibung | Preis (Kauf, netto) | Geeignet für |
| Fritteuse (Doppelkorb, Elektro) | Standard Gastro, 2 x 8 Liter | 800 – 2.500 Euro | Pommes, Snacks, paniertes |
| Fritteuse (High-End, Gas) | Hoher Durchsatz, präzise Temperatur | 2.500 – 6.000 Euro | Hochfrequenz-Imbiss |
| Döneranlage / Döner-Grill | Elektro oder Gas, 1 – 2 Spieße | 800 – 3.000 Euro | Döner, Gyros, Fleischspieße |
| Grillplatte / Kontaktgrill | Gastro-Grillplatte Edelstahl | 500 – 2.000 Euro | Burger, Falafel, Würste |
| Bratplatte (Teppan Yaki) | Induktion oder Gas | 800 – 3.500 Euro | Asiatisch, Fusion, Burger |
| Würstchenwärmer / Bainmarie | Elektro, Tisch- oder Theken-Modell | 300 – 1.200 Euro | Currywurst, Snacks warmhalten |
| Kühltisch / Kühlaggregat | Arbeitsfläche mit integrierter Kühlung | 1.500 – 4.000 Euro | Alle Konzepte – Pflicht |
| Kühlschrank / Gewerbekühlschrank | Standgerät, 300 – 600 Liter | 600 – 2.500 Euro | Alle Konzepte – Pflicht |
| Tiefkühlschrank | Standgerät Gastro | 500 – 2.000 Euro | Alle mit Tiefkühl-Produkten |
| Spülmaschine (Korb) | Gastronomie-Durchlauf oder Korb | 800 – 3.000 Euro | Wenn Geschirr genutzt wird |
| Edelstahl-Arbeitsflächen | Tische, Regale, Wandpaneele | 1.000 – 3.500 Euro | Alle Konzepte – Pflicht HACCP |
Netto-Richtwerte 2025. Gebrauchtgeräte aus Gastronomieauflösungen können 40 bis 60 Prozent günstiger sein – Wartungshistorie prüfen lassen. Quelle: steuer-husum.de Küchenkosten 2025, allesgastro.de 2025.
Was ein realistisches Küchen-Equipment-Budget für verschiedene Imbiss-Konzepte bedeutet:
| Konzept | Wichtigstes Equipment | Realistisches Equipment-Budget |
| Pommes / Currywurst | Fritteuse(n), Würstchenwärmer, Kühlung | 5.000 – 12.000 Euro |
| Döner-Imbiss | Döneranlage, Kühlung, Warmhaltung, ggf. Grill | 6.000 – 15.000 Euro |
| Burger-Imbiss | Grillplatte, Kontaktgrill, Kühlung, Brottoaster | 6.000 – 14.000 Euro |
| Asiatischer Imbiss | Wokstation (Gas), Reiskocher, Kühlung, ggf. Friteuse | 8.000 – 20.000 Euro |
| Pizza-Imbiss / Pizzeria light | Pizzaofen (1.500 – 6.000 Euro), Kühlung, Teigknetmaschine | 8.000 – 18.000 Euro |
Zzgl. Edelstahltische, Wandpaneele, Spüle, Kleingeräte (Schneidemaschine, Mixer, Dosenöffner): weitere 2.000 bis 5.000 Euro. Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis, pagana-gastro.de 2025.
Position 3: Theke, Einrichtung und Verpackungsstation
Ein Imbiss braucht eine funktionale Verkaufstheke – kein Design-Stück, aber etwas, das Hygieneanforderungen erfüllt und den Produktionsprozess nicht behindert. Dazu Verpackungsstation, Serviettenhalter, Saucenspender, Abfalltrennung. Kosten: 2.000 bis 8.000 Euro je nach Konzept und ob Sitzplätze geplant sind.
Wenn Sitzplätze vorhanden sind (bei vielen Imbissen optional aber umsatzfördernd): wenige Tische und Stühle oder Stehtische 500 bis 3.000 Euro.
Position 4: Kassensystem und Technik
Gleiche Pflicht wie immer: TSE-zertifiziertes Kassensystem, Kassenmeldepflicht 2025. Für einen Imbiss mit schlankem Produktsortiment: 1.500 bis 4.000 Euro. Dazu Kartenlesegerät (zunehmend Pflicht), WLAN, ggf. Display für Preise.
Position 5: Genehmigungen
Gewerbeanmeldung: 50 bis 400 Euro. Gaststättenkonzession: nur wenn Alkohol – 500 bis 2.000 Euro. Die meisten Imbisse verkaufen keinen Alkohol und sparen sich damit die aufwändige Konzession. Gesundheitszeugnis und HACCP-Schulung: 200 bis 500 Euro. Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft und dem Gesundheitsamt: kostenlos, aber zeitintensiv. Gesamt Genehmigungen ohne Alkohol: 400 bis 1.500 Euro.
Position 6: Erster Warenvorrat
Je nach Konzept: 1.500 bis 4.000 Euro für Fleisch, Brot, Saucen, Gemüse, Getränke, Verpackungsmaterial (Pappteller, Becher, Gabeln, To-go-Tüten). Verpackungsmaterial ist eine kontinuierlich unterschätzte Ausgabe – ca. 3 bis 8 Cent pro Portion, bei 200 Portionen täglich sind das 6 bis 16 Euro pro Tag, also 150 bis 400 Euro im Monat.
Position 7: Marketing zur Eröffnung
Für einen Imbiss ist Marketing einfacher und günstiger als für ein Restaurant: Aushang vor Ort, Flyer im Umkreis, Google My Business Eintrag (kostenlos), ggf. ein Instagram-Account. Kosten: 500 bis 3.000 Euro.
| Vollständige Investitionsaufstellung: Festes Imbisslokal, 40 qm, Mittelstadt, ohne Alkohol |
| Kostenposition | Minimum | Realistisch | Gehobenes Konzept / Großstadt |
| Umbau & Ausbau | 8.000 Euro | 20.000 Euro | 45.000 Euro |
| Lüftung & Fettabscheider | 3.500 Euro | 8.000 Euro | 14.000 Euro |
| Küchentechnik (konzeptabhängig) | 5.000 Euro | 11.000 Euro | 20.000 Euro |
| Theke & Einrichtung | 2.000 Euro | 5.000 Euro | 10.000 Euro |
| Kassensystem & Technik | 1.500 Euro | 3.000 Euro | 5.000 Euro |
| Genehmigungen & Behörden | 400 Euro | 900 Euro | 2.000 Euro |
| Erster Warenvorrat & Verpackung | 1.500 Euro | 3.000 Euro | 5.000 Euro |
| Marketing zur Eröffnung | 500 Euro | 2.000 Euro | 5.000 Euro |
| Kaution & erste Miete | 2.000 Euro | 4.500 Euro | 9.000 Euro |
| Unvorhergesehenes (12 %) | 3.000 Euro | 6.900 Euro | 14.000 Euro |
| SUMME INVESTITION | ca. 27.000 Euro | ca. 64.000 Euro | ca. 129.000 Euro |
Richtwerte für Deutschland 2025/2026. Festes Lokal ohne eigene Küche (Übernahme einer bestehenden Imbissküche): Investitionskosten ca. 30 bis 50 Prozent niedriger. Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis, smartbusinessplan.de Dönerladen-Guide 2025, businessplan.org.
Foodtruck und Imbisswagen: Eine eigene Kalkulation
Wer einen Foodtruck plant, wählt bewusst Flexibilität über Standortsicherheit. Das hat Vor- und Nachteile, die sich direkt auf die Investitions- und Betriebskosten auswirken.
Was ein Foodtruck wirklich kostet
Der Fahrzeug- oder Anhängerpreis ist die größte Einzelposition. Ein gebrauchter, ausgebauter Foodtruck liegt zwischen 20.000 und 60.000 Euro. Ein neuer, vollständig für das eigene Konzept ausgebauter Foodtruck: 60.000 bis 120.000 Euro und mehr. Wer einen Anhänger (Foodtrailer) wählt, kann günstiger einsteigen: 15.000 bis 50.000 Euro fertig ausgebaut.
| Kostenpositon Foodtruck | Minimum | Realistisch | Vollausbau |
| Fahrzeug / Trailer (Kauf) | 20.000 Euro (gebraucht) | 45.000 Euro | 90.000 Euro (Neuaufbau) |
| Fahrzeug-Zulassung, TÜV, Umbaugenehmigung | 500 Euro | 1.500 Euro | 3.000 Euro |
| Küchentechnik im Fahrzeug | 4.000 Euro | 8.000 Euro | 18.000 Euro |
| Gas-Installation, Elektriker, Wasseranlage | 1.500 Euro | 3.500 Euro | 6.000 Euro |
| Branding / Fahrzeugdesign / Folie | 500 Euro | 3.000 Euro | 8.000 Euro |
| Genehmigungen (Gesundheitsamt, Gewerbe) | 400 Euro | 900 Euro | 1.500 Euro |
| Erster Warenvorrat | 1.000 Euro | 2.500 Euro | 4.000 Euro |
| Unvorhergesehenes (10 %) | 2.800 Euro | 6.500 Euro | 13.000 Euro |
| SUMME INVESTITION FOODTRUCK | ca. 31.000 Euro | ca. 71.000 Euro | ca. 143.000 Euro |
Richtwerte 2025. Leasing für Foodtrucks zunehmend verfügbar: ab ca. 600 bis 1.500 Euro monatlich für mittlere Fahrzeuge. Quelle: buddystar.de Foodtruck-Guide 2025, businessplan.org.
Die Standortfrage: Das größte Risiko beim Foodtruck
Ein Foodtruck hat keine feste Adresse. Das ist der Vorteil und gleichzeitig das größte operative Risiko. Ohne zuverlässige Standorte – Firmenparkplätze, Märkte, Events, feste Wochenplätze – funktioniert das Modell nicht.
Standortgenehmigungen im öffentlichen Raum sind begrenzt und umkämpft. In den meisten deutschen Städten gibt es Wartelisten für Marktstandplätze. Sondernutzungsgenehmigungen für öffentliche Flächen kosten 50 bis 300 Euro pro Tag. Events (Festivals, Firmenevents, Märkte) brauchen eigene Verträge und Standgebühren: 5 bis 15 Prozent des Tagesumsatzes sind üblich, manchmal mehr.
Wer mit einem Foodtruck startet, ohne einen verlässlichen Kern von wöchentlichen Stammstandorten zu haben, hat keine Einnahmeplanung – nur Hoffnung. Das ist kein Businessplan.
| Tipp: Erst Standorte sichern, dann Fahrzeug kaufenBevor du einen Foodtruck kaufst oder baust: Sprich mit mindestens fünf potenziellen Stammkunden. Firmen, die einen wöchentlichen Mittag-Versorger suchen. Märkte, die noch freie Plätze haben. Ein Event-Caterer, der Unterauftragnehmer braucht.Wenn du nach diesen Gesprächen keinen einzigen verlässlichen Standort hast: Überleg nochmal, ob der Foodtruck die richtige Wahl ist. |
Die laufenden Kosten: Was ein Imbiss jeden Monat kostet
Festes Imbisslokal, 40 qm, Mittelstadt, mit einem Mitarbeiter plus Inhaber, sechs Öffnungstage pro Woche.
Miete
Imbisslokale brauchen Laufkundschaft – also Innenstadtlagen oder zumindest gut frequentierte Nebenstraßen. Wer in die zweite Reihe geht, spart Miete und verliert Umsatz. Für ein 40 qm Lokal in einer deutschen Mittelstadt in guter Lage: 800 bis 1.600 Euro Kaltmiete monatlich, zuzüglich Nebenkosten 200 bis 300 Euro. Gesamtmietbelastung: 1.000 bis 1.900 Euro monatlich. In Hamburg, Berlin oder München: 1.800 bis 3.500 Euro.
Personal
Ein Imbiss kann mit zwei Personen betrieben werden – Inhaber und eine Vollzeit- oder Teilzeitkraft. Realistische Personalkostenschätzung:
| Position | Stunden/Monat | Bruttolohn | AG-Kosten (+22 %) | Gesamt |
| Mitarbeiter Vollzeit | 160 h | 2.050 Euro | 451 Euro | 2.501 Euro |
| Aushilfe Wochenende / Stoßzeiten | ca. 50 h | 641 Euro | Pauschale 28 % | 820 Euro |
| Inhaber (kalkulatorisch) | variabel | – | – | 2.000 – 3.000 Euro |
Mindestlohn 2025/2026: 12,82 Euro/Stunde. Reale Personalkosten (ohne Inhabergehalt) für kleinen Imbiss: ca. 3.000 bis 3.500 Euro monatlich. Quelle: BMAS, DEHOGA 2025.
Wareneinsatz: Die zentrale Kalkulations-Frage beim Imbiss
Der Imbiss lebt davon, günstige Rohstoffe zu verarbeiten und mit Volumen zu verdienen. Die Margen sind gut – wenn richtig kalkuliert.
| Produkt | Typischer Wareneinsatz | Richtwert Imbiss | Anmerkung |
| Pommes frites (Tiefkühl, frittiert) | 20 – 28 % | unter 25 % | Hohe Marge, einfaches Produkt |
| Currywurst mit Sauce | 22 – 30 % | unter 28 % | Günstige Rohkosten, bekanntes Konzept |
| Döner (Fleisch + Brot + Zutaten) | 28 – 38 % | unter 35 % | Fleischpreis schwankend – regelmäßig prüfen |
| Hamburger / Cheeseburger | 25 – 35 % | unter 30 % | Qualität des Fleisches bestimmt Preis und Marge |
| Falafel-Wrap (vegetarisch) | 18 – 26 % | unter 22 % | Günstigere Rohstoffe, gute Marge |
| Getränke (Dose / Flasche Zukauf) | 18 – 30 % | unter 25 % | Gut – aber kein Hauptumsatzträger |
| Pizza (Teig + Belag selbst gemacht) | 22 – 32 % | unter 28 % | Günstig wenn eigene Produktion |
| Gesamtdurchschnitt Imbiss | 25 – 33 % | unter 30 % | Richtsatz Finanzamt: 27 – 31 % typisch |
Richtwerte auf Basis DEHOGA Branchenkennzahlen, Finanzamt Richtsatzsammlung und Gastro Piraten Beratungspraxis. Achtung: Döner-Fleisch ist seit 2022 stark im Preis gestiegen – Kalkulation regelmäßig aktualisieren. Quelle: rezeptrechner-online.de Wareneinsatzquoten, Bundesfinanzministerium Richtsatzsammlung.
Was Imbiss-Gründer besonders beachten müssen: Der Wareneinsatz für Döner schwankt stark mit dem Fleischpreis. Hähnchenkeule und Kalbfleisch hatten seit 2022 Preisanstiege von 20 bis 40 Prozent. Wer seinen Döner-Preis nicht regelmäßig anpasst, verliert still Marge – bis die BWA es zeigt, kann es zu spät sein.
Energie, Versicherungen und Sonstiges
Ein Imbiss mit intensiver Frittier- und Grillarbeit verbraucht 15.000 bis 30.000 kWh Strom jährlich – ähnlich wie ein kleines Café, aber konzentrierter auf die Küchengeräte. Monatliche Stromkosten: 250 bis 600 Euro. Gas (falls vorhanden): 100 bis 200 Euro. Betriebshaftpflicht: 80 bis 200 Euro monatlich. Sonstiges (Reinigung, Abfall, Wartung): 200 bis 400 Euro. Gesamt laufende Nebenkosten: 630 bis 1.400 Euro monatlich.
| Monatliche Gesamtkostenübersicht: Festes Imbisslokal, 40 qm, Mittelstadt |
| Kostenblock | Minimum | Realistisch | Großstadt / frequentierte Lage |
| Miete inkl. Nebenkosten | 1.000 Euro | 1.600 Euro | 3.200 Euro |
| Personal (ohne Inhabergehalt) | 2.500 Euro | 3.300 Euro | 5.500 Euro |
| Inhabergehalt (kalkulatorisch) | 1.500 Euro | 2.500 Euro | 3.000 Euro |
| Wareneinsatz (bei 12.000 Euro Umsatz, 28 %) | 2.800 Euro | 3.360 Euro | 4.200 Euro |
| Energie (Strom + Gas) | 350 Euro | 600 Euro | 1.000 Euro |
| Versicherungen | 80 Euro | 150 Euro | 250 Euro |
| Buchhaltung / Steuerberater | 120 Euro | 200 Euro | 350 Euro |
| Verpackungsmaterial | 150 Euro | 300 Euro | 500 Euro |
| Sonstiges (Reinigung, Wartung, Lizenzen) | 200 Euro | 350 Euro | 600 Euro |
| SUMME LAUFENDE KOSTEN | ca. 8.700 Euro | ca. 12.400 Euro | ca. 18.600 Euro |
| Benötigter Mindestumsatz (Break-even) | ca. 10.400 Euro | ca. 14.800 Euro | ca. 22.100 Euro |
Alle Werte monatlich, netto. Break-even-Umsatz mit 28 % Wareneinsatz und Inhabergehalt berechnet. Bei höherem Wareneinsatz (z.B. Döner 35 %): Break-even entsprechend höher. Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis, DEHOGA Branchenkennzahlen 2024.
Was muss ein Imbiss täglich verkaufen? Die Stunde der Wahrheit
Für den realistischen Imbiss aus unserer Tabelle (12.400 Euro monatliche Kosten, 26 Öffnungstage) bedeutet das: 477 Euro Mindestumsatz täglich.
Klingt machbar? Ist es – wenn der Standort stimmt. Lass uns das konkret durchrechnen.
Bei einem durchschnittlichen Bon von 7,50 Euro (Döner oder Burger plus Getränk) braucht es täglich etwa 64 Transaktionen. Das ist an einem Mittwochnachmittag in der zweiten Reihe kaum erreichbar. An einem belebten Fußgängerzoneplatz in der Mittagszeit kein Problem.
Die zwei wichtigsten Stoßzeiten bei einem Imbiss: Mittagspause (11:30 bis 13:30 Uhr) und Nachmittag bis Abend (17:00 bis 20:00 Uhr). Wer in diesen vier Stunden 50 Transaktionen macht, hat den Großteil seines Tagesumsatzes. Wer das nicht schafft, braucht einen anderen Standort oder ein günstigeres Kostenmodell.
| Der Döner-Preis-Irrtum: Wenn günstig zur Falle wirdViele Imbiss-Gründer setzen die Preise nach dem Markt: ‚Der Döner gegenüber kostet 6,50 Euro, also mache ich auch 6,50 Euro.‘ Das ist keine Kalkulation, das ist Mitbewerberkopie. Wenn die eigenen Fleischkosten bei 2,20 Euro pro Döner liegen, Brot bei 0,30 Euro, Salat und Soßen bei 0,50 Euro – dann ist der Wareneinsatz schon bei 3,00 Euro. Bei 6,50 Euro brutto (also 5,46 Euro netto) bleiben nach Wareneinsatz nur 2,46 Euro Deckungsbeitrag. Das reicht bei 80 Döner täglich für 197 Euro Deckungsbeitrag – kaum genug für Miete und einen Mitarbeiter, geschweige denn ein Inhabergehalt. Richtige Kalkulation: Kosten aufaddieren, Zieldeckungsbeitrag definieren, Preis ableiten. Nicht andersherum. |
Gesamtkapitalbedarf: Was du wirklich brauchst
Investition plus Liquiditätspuffer. Beim Imbiss gilt die Anlaufphase als kürzer als beim Restaurant – das stimmt, aber nicht so viel kürzer wie viele denken. Drei bis vier Monate unter Break-even sind realistisch.
| Szenario | Imbisswagen / Marktstand | Festes Imbisslokal (Mittelstadt) | Foodtruck (vollständig) |
| Investitionskosten | 10.000 – 30.000 Euro | 50.000 – 90.000 Euro | 60.000 – 110.000 Euro |
| Liquiditätspuffer (4 Monate) | 20.000 – 35.000 Euro | 40.000 – 60.000 Euro | 30.000 – 50.000 Euro |
| Gesamtkapitalbedarf | 30.000 – 65.000 Euro | 90.000 – 150.000 Euro | 90.000 – 160.000 Euro |
| Empf. Eigenkapital (mind. 20 %) | 6.000 – 13.000 Euro | 18.000 – 30.000 Euro | 18.000 – 32.000 Euro |
Richtwerte Deutschland 2025/2026. Großstädte: Mietanteil 50 bis 80 Prozent höher, Liquiditätspuffer entsprechend anpassen. Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis, qonto.com Imbiss-Guide 2025.
Fallbeispiel: Wie ein Ruhrgebiet-Gründer seinen Burger-Imbiss durch eine falsche Preiskalkulation fast verlor
| Fallbeispiel: Burger-Imbiss, RuhrgebietEin gelernter Koch mit Erfahrung in der Systemgastronomie wollte sich mit einem eigenen Burger-Imbiss selbstständig machen. Konzept: handgemachte Burger, qualitativ besser als Fast-Food-Ketten, Standort in einem belebten Stadtteil-Zentrum im Ruhrgebiet, 45 qm Fläche, kein eigener Sitzbereich. Er hatte 35.000 Euro Eigenkapital und rechnete mit einem Gesamtkapitalbedarf von 55.000 Euro.Das Problem lag nicht im Konzept, sondern in der Kalkulation. Er hatte seinen Burger-Preis auf 9,90 Euro brutto gesetzt – orientiert an einem Mitbewerber in der Nähe. In unserer Analyse zeigte sich: Der Wareneinsatz für seinen Premium-Burger (180 g Wagyu-Hackfleisch, Brioche-Bun, frische Zutaten) lag bei 3,10 Euro. Dazu Verpackung 0,25 Euro, Soßen 0,15 Euro: Gesamtwareneinsatz 3,50 Euro. Das ergibt eine Wareneinsatzquote von fast 40 Prozent – weit über dem, was ein Imbiss tragen kann.Zwei Maßnahmen wurden umgesetzt: Erstens wurde der Preis auf 11,50 Euro angehoben – mit einer ehrlichen Kommunikation der Qualitätsgründe auf der Speisekarte. Zweitens wurde eine kleine Burger-Beilagen-Option (Pommes 3,50 Euro oder Salat 2,50 Euro) eingeführt, die den durchschnittlichen Bon auf 14,20 Euro erhöhte.Nach vier Monaten: Die Transaktionszahl fiel anfangs um ca. 12 Prozent, stabilisierte sich aber dann bei fast gleichem Niveau wie vorher. Der monatliche Deckungsbeitrag stieg um rund 2.200 Euro – weil jede Transaktion deutlich mehr abwarf. Im siebten Monat wurde der Break-even erstmals dauerhaft erreicht.Name und Ort wurden aus Datenschutzgründen anonymisiert. Der geschilderte Fall basiert auf einer echten Beratungssituation der Gastro Piraten. |
Genehmigungen beim Imbiss: Was wirklich nötig ist
Der Imbiss hat gegenüber Restaurant und Café einen strukturellen Vorteil: Wer keinen Alkohol ausschenkt, braucht keine Gaststättenkonzession. Das spart Zeit, Geld und Nerven.
| Genehmigung / Anmeldung | Erforderlich für | Kosten | Bearbeitungszeit |
| Gewerbeanmeldung | Alle Imbissbetriebe | 50 – 400 Euro | 1 – 2 Wochen |
| Gaststättenkonzession | Nur wenn Alkohol ausgeschenkt wird | 500 – 2.000 Euro | 4 – 12 Wochen |
| Gesundheitszeugnis (§ 43 IfSG) | Alle Lebensmittelbetriebe – Pflicht | Kostenlos beim Gesundheitsamt | Sofort nach Belehrung |
| HACCP-Konzept | Alle Lebensmittelbetriebe – Pflicht | Schulungskosten 200 – 500 Euro | Vor Betriebsstart |
| Anmeldung Gesundheitsamt (Lebensmittelüberwachung) | Alle Lebensmittelbetriebe | Kostenlos | Vor Betriebsstart |
| Berufsgenossenschaft (BGHW) | Alle Gewerbetreibenden mit Personal | Beitragsabhängig (ca. 300 – 800 Euro/Jahr) | Sofort nach Anmeldung |
| Sondernutzungsgenehmigung | Nur bei Außenbereich / öffentliche Fläche | 50 – 300 Euro/Jahr | 2 – 8 Wochen |
| Baugenehmigung / Nutzungsänderung | Wenn Fläche erstmalig als Gastronomie genutzt | 300 – 2.000 Euro | 4 – 16 Wochen |
Achtung: Bauliche Veränderungen (Lüftungsanlage, Fettabscheider) können eine Baugenehmigung erfordern. Immer vorab beim Bauamt anfragen. Quelle: firma.de, ekirmes.com Imbiss-Guide 2025, Gastro Piraten Beratungspraxis.
Die 7 häufigsten Fehler bei der Imbiss-Gründung
Fehler 1: Den Standort schönreden
‚Der Standort ist nicht perfekt, aber wir machen es durch Qualität wett.‘ Das funktioniert im Restaurant, nicht im Imbiss. Wer am falschen Platz steht, bekommt keine zweite Chance. Die Standortanalyse ist wichtiger als jede andere Planungsarbeit – mach sie sorgfältig und lass dich nicht von günstiger Miete verführen.
Fehler 2: Preise nach Mitbewerbern setzen statt nach Kalkulation
Der Döner gegenüber kostet 6,50 Euro, also nehme ich auch 6,50 Euro. Das ist der gefährlichste Satz, den ein Imbiss-Gründer sagen kann. Kalkuliere deinen Preis von den Kosten aus. Wenn das Ergebnis über dem Marktpreis liegt: Entweder rechtfertigen deine Qualität und dein Konzept den Mehrpreis – oder das Konzept ist so nicht rentabel.
Fehler 3: Verpackungsmaterial vergessen
Pappteller, Becher, Tüten, Gabeln, Servietten – klingt nach Kleinkram. Summiert sich bei 150 bis 200 Portionen täglich auf 300 bis 500 Euro monatlich. Nicht einkalkulieren bedeutet: Diese Kosten fressen direkt die Marge.
Fehler 4: Döner-Fleischpreise nicht regelmäßig aktualisieren
Der Einkaufspreis für Hähnchenfleisch und Kalbfleisch hat sich seit 2022 um 20 bis 40 Prozent erhöht. Wer seinen Döner-Preis nie angepasst hat, arbeitet heute strukturell zu günstig. Mach alle drei bis vier Monate eine Wareneinsatz-Neuberechnung für dein Kernprodukt.
Fehler 5: Lüftungsanlage und Fettabscheider unterschätzen
Beide sind Pflicht und werden fast immer unterschätzt. Der Fettabscheider muss regelmäßig entleert werden – Kosten für die Entsorgung: 80 bis 200 Euro monatlich, je nach Frequenz und Vertrag. Das ist eine laufende Kostenposition, die in vielen Businessplänen fehlt.
Fehler 6: Beim Foodtruck ohne gesicherte Standorte starten
Ein Foodtruck ohne drei bis fünf verlässliche Wochen-Standorte ist kein Businessmodell. Es ist ein teures Hobby. Sicher deine Standorte schriftlich zu, bevor du kaufst oder baust.
Fehler 7: Produktlinie zu breit anlegen
Der Imbiss, der Döner, Burger, Pommes, Falafel, Suppe und Salat anbietet, hat kein klares Profil – und eine komplexe Mise en place, die bei kleiner Küche und wenig Personal zum Chaos führt. Weniger Produkte, besser gemacht, schneller produziert: Das ist das Imbiss-Prinzip. Drei bis fünf Hauptprodukte reichen.
Ein Imbiss kann sehr gut funktionieren – aber nicht zufällig
Der Imbiss ist in der Gastronomie das Konzept mit dem besten Verhältnis aus Investition und Umsatzpotenzial – wenn Standort und Kalkulation stimmen. Wenig Personal, schnelle Produktionszyklen, hohe Transaktionszahlen. Die Marge beim Pommes ist besser als die beim Wiener Schnitzel. Die Rüstzeiten sind kürzer. Die Komplexität ist überschaubar.
Aber: Der Imbiss verzeiht keinen falschen Standort. Er verzeiht keine falsche Kalkulation. Und er funktioniert nur, wenn die Qualität konstant ist – an jedem Tag, zu jedem Bon. Der Gast, der mittags Döner kauft, kommt übermorgen wieder. Oder er geht zum nächsten.
Wer das versteht, hat eine realistische Grundlage. Wer einen Imbiss eröffnet, weil er dachte, es wäre ‚der einfache Einstieg‘ in die Gastronomie, erlebt meistens das Gegenteil.
| Was erfolgreiche Imbiss-Betreiber gemeinsam habenSie haben den richtigen Standort sorgfältig gesucht und nicht beim ersten Angebot unterschrieben. Sie haben ihr Kernprodukt wirklich gut gemacht – nicht viele Produkte mittelmäßig. Sie haben von Anfang an monatlich ihre Wareneinsatzquote kontrolliert und Preise angepasst, wenn die Rohstoffkosten stiegen. Und sie haben einen Puffer gehabt, der die ersten vier Monate finanziert hat. (Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis) |
Häufige Fragen aus der Praxis
| Kann ich einen Imbiss ohne Berufsausbildung eröffnen? |
| Ja. In Deutschland gibt es keine Pflicht zu einer gastronomischen Ausbildung für die Eröffnung eines Imbisses ohne Alkoholausschank. Was du brauchst: Gewerbeanmeldung, Gesundheitszeugnis nach § 43 Infektionsschutzgesetz und ein HACCP-Konzept. Praktische Erfahrung ist keine rechtliche Pflicht, aber wirtschaftlich sinnvoll. Wer noch nie in einem Imbiss gearbeitet hat, unterschätzt fast immer den Arbeitsaufwand und die Geschwindigkeit, die in der Rush-Hour nötig ist. |
| Wie viel Umsatz macht ein durchschnittlicher Imbiss täglich? |
| Das variiert enorm nach Standort, Konzept und Öffnungszeiten. Ein kleiner Marktstand kann mit 300 bis 600 Euro täglich auskommen. Ein gut positioniertes Imbisslokal in Stadtlage macht 500 bis 1.500 Euro täglich. Hochfrequenz-Standorte (Bahnhof, Fußgängerzone, Uni-Campus) können 2.000 bis 4.000 Euro täglich erreichen. Diese Zahlen sind Bruttoumsatz – die Frage ist immer: Was bleibt nach Kosten übrig? (Quelle: ekirmes.com Imbiss-Umsatz-Analyse 2025) |
| Lohnt sich ein Döner-Imbiss 2025 noch? |
| Ja – aber mit deutlich engerer Marge als vor 2022. Die Fleischpreise sind stark gestiegen. Wer das in seinen Preisen abbildet, kann weiterhin gut verdienen. Wer es nicht tut, arbeitet zu billig. Der Döner als Produkt hat eine stabile, hohe Nachfrage. Das Konzept ist solide. Die Herausforderung 2025 ist nicht das Produkt, sondern die Kalkulation. Ohne regelmäßige Preisüberprüfung kann ein Dönerladen trotz voller Auslastung Verlust machen – weil die Rohstoffkosten gestiegen sind, ohne dass der Verkaufspreis mitging. |
| Was ist der Unterschied zwischen einem Imbiss und einem Fast-Food-Restaurant? |
| Rechtlich gibt es keine scharfe Grenze – beides fällt unter das Gastgewerbe. Praktisch unterscheidet sich ein Imbiss durch: kleinere Fläche, weniger Sitzplätze (oft keine), schmaleres Sortiment, schnellere Transaktionen, oft kein oder wenig Service-Personal. Ein Fast-Food-Restaurant mit eigener Marke, Lieferdienst-Integration und 80 Sitzplätzen nähert sich strukturell einem Restaurant an und braucht entsprechend mehr Kapital. Als Faustregel: Unter 60 qm und unter zehn Produkte auf der Karte ist es klassischer Imbiss. Darüber beginnt der Übergang. |
| Ich habe nur 15.000 Euro – kann ich damit einen Imbiss eröffnen? |
| Mit einem festen Lokal in guter Lage: nein. 15.000 Euro reichen für die Investition eines kleinen Imbisswagens oder eines Marktstandes – ohne Liquiditätspuffer. Das Risiko ist sehr hoch. Eine realistischere Option: Erst mit einem Marktstand oder Catering starten, Kapital aufbauen, dann in ein festes Lokal investieren. Oder: Ein bestehendes, bereits eingerichtetes Imbisslokal übernehmen, wo die Küche vorhanden ist und du nur einen Teil des Investments für Übernahmepreis und erste Warenbestellung brauchst. Prüfe dann aber die Zahlen des Vorbetriebs sehr sorgfältig. |


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