Lieferdienst Gastronomie
Lieferdienst Gastronomie: Was Lieferando und Co. wirklich kosten und wann sich das noch rechnet
Gerade beim Thema Lieferdienst Gastronomie stehen viele Betriebe vor besonderen Herausforderungen. Ein Gastronom macht, wenn er gut aufgestellt ist, zwischen 6 und 12 Prozent Gewinn auf seinen Nettoumsatz. Das ist die Realität der Branche, keine Ausnahme.
Jetzt macht er auf Lieferando. Und Lieferando nimmt 13 Prozent Provision, wenn er selbst ausliefert. 30 Prozent, wenn Lieferando ausliefert.
Ein Betrieb mit 10 Prozent Gewinnmarge, der Lieferando-Bestellungen mit eigener Lieferung abwickelt, zahlt 13 Prozent an die Plattform. Er verliert auf jede Lieferbestellung 3 Prozent. Er liefert aktiv in den Verlust.
Das ist die Rechnung, die niemand aufmacht. Nicht in den Hochglanz-Artikeln über den Liefermarkt. Nicht in den Ratgebern der Branchenportale. Und schon gar nicht in den Marketingmaterialien der Plattformen selbst.
Dieser Artikel tut es. Konkret, mit echten Zahlen, ohne Weichzeichner.
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Was Lieferando, Wolt und Uber Eats wirklich nehmen
Die Provisionsstruktur ist nicht geheim. Aber sie wird selten so dargestellt, dass man sofort sieht, was sie bedeutet.
| Plattform | Eigene Lieferung | Plattform liefert | Zusätzlich |
| Lieferando | 13 bis 14 % | 30 bis 31 % | 0,69 € Onlinezahlungsgebühr je Bestellung |
| Wolt | 15 % | 25 bis 30 % | Zahlungsabwicklung ca. 2 % |
| Uber Eats | ca. 15 % | ca. 30 % | Zahlungsabwicklung variabel |
Quellen: Abendzeitung München, Business Insider, Tagesspiegel, Jack News (November 2025), Gastro Piraten Beratungspraxis.
Hinzu kommen ab April 2025 neue Servicegebühren von Lieferando direkt an die Kunden: 2,5 bis 5 Prozent des Bestellwerts, gedeckelt bei 0,99 Euro pro Bestellung. Das macht Bestellungen für Kunden teurer und erhöht den Druck auf den Durchschnittsbon.
Quelle: Jack News, Lieferando-Servicegebühr ab April 2025, aktualisiert November 2025
| ℹ️ HINWEIS Vertraglich verboten: Laut Lieferando-Konditionen müssen die Preise in der App identisch mit der Speisekarte im Restaurant sein. Wer versucht, die Provision durch höhere Lieferpreise aufzufangen, riskiert Vertragsverstoß und Kündigung durch die Plattform. (Quelle: Tagesspiegel, Jack News 2025)
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Die Rechnung, die keiner aufmacht: Was nach der Provision wirklich übrig bleibt
Nehmen wir einen konkreten Fall. Ein inhabergeführtes Stadtrestaurant, 60 Sitzplätze, gut kalkuliert. Der Betrieb macht 10 Prozent Nettomarge. Das ist ordentlich für die Branche.
Eine Bestellung über Lieferando: Nettowert 25 Euro. Das Restaurant liefert selbst, zahlt also 13 Prozent Provision.
| Position | Betrag | Anteil |
| Bestellwert netto | 25,00 € | 100 % |
| Wareneinsatz (30 %) | 7,50 € | 30 % |
| Personalkosten (32 %) | 8,00 € | 32 % |
| Pacht, Energie, Betrieb (18 %) | 4,50 € | 18 % |
| Kalkulierter Gewinn (10 %) | 2,50 € | 10 % |
| Lieferando-Provision (13 %) | 3,25 € | 13 % |
| Onlinezahlungsgebühr | 0,69 € | 2,8 % |
| Verpackung Lieferung | 0,80 € | 3,2 % |
| ERGEBNIS dieser Bestellung | −6,24 € | −25 % |
Berechnung: Gastro Piraten. Basis: typischer Stadtrestaurant-Kostenmix, Lieferando-Eigenzustellung, Standardverpackung.
Das Ergebnis: Minus 6,24 Euro. Auf jede einzelne Lieferbestellung über Lieferando verliert dieser Betrieb Geld. Nicht weil er schlecht wirtschaftet. Sondern weil die Provision die gesamte Marge und mehr auffrisst.
Und jetzt die Frage, die sich jeder Gastronom stellen muss: Wie viele dieser Bestellungen sollen das Geschäft retten?
📊 Das sehen wir regelmäßig in unserer Beratung: Betriebe, die seit Monaten bei Lieferando gelistet sind und sich wundern, warum der Umsatz steigt, aber der Gewinn nicht. Dann rechnen wir gemeinsam. Und plötzlich ist klar: Jede Lieferbestellung hat Geld gekostet. Nicht verdient. Die zusätzlichen Umsätze haben die Verluste erst ermöglicht.
Wann rechnet sich Lieferando trotzdem? Die ehrliche Antwort
Nicht nie. Aber selten so, wie es behauptet wird. Es gibt genau drei Szenarien, in denen eine Plattformkooperation betriebswirtschaftlich sinnvoll ist.
Szenario 1: Du hast freie Küchenkapazität und keine zusätzlichen Personalkosten
Wenn deine Küche zu bestimmten Zeiten im Leerlauf ist, das Personal ohnehin da ist und keine zusätzlichen Stunden generiert werden, ist der Grenzwareneinsatz pro Lieferbestellung der einzige relevante Kostenpunkt. In diesem Fall kann eine Provision von 13 Prozent kalkulierbar sein, weil Fixkosten bereits durch das Kerngeschäft gedeckt sind.
Der Haken: Diese Situation ist selten. Sobald Lieferbestellungen wirklich Volumen aufbauen, steigen Personalstunden, Packungsmaterial und Küchenstress. Die Grenzrechnung gilt dann nicht mehr.
Szenario 2: Du bist Ghost Kitchen
Wer von Anfang an als reiner Lieferbetrieb plant, hat keine Gastraum-Fixkosten. Pacht für Gäste, Service-Personal, Ausstattung des Gastraums: alles entfällt. Das ändert die Kostenstruktur fundamental.
Eine Ghost Kitchen mit 28 Prozent Wareneinsatz und ohne Servicepersonal kann bei 13 Prozent Provision noch wirtschaftlich arbeiten, wenn der Durchschnittsbon stimmt und das Volumen ausreicht. Aber auch hier gilt: Die Kalkulation muss vor dem Start stehen, nicht danach.
Szenario 3: Du hast die Lieferpreise von Anfang an für den Kanal kalkuliert
Das ist der einzig saubere Weg für ein bestehendes Restaurant. Die Preise auf der Lieferplattform müssen höher sein als im Haus. Genug höher, um Provision, Verpackung und den erhöhten Wareneinsatz durch Portionierung für den Transport zu decken.
Das Problem: Lieferando verbietet vertraglich, höhere Preise auf der Plattform zu verlangen. Der einzige legale Weg ist, im Restaurant günstigere Preise anzubieten oder ein komplett separates Liefer-Menü zu kalkulieren.
Wer diesen Weg gehen will, braucht eine saubere Kalkulation für jedes Gericht auf dem Liefer-Menü. Nicht geschätzt. Nachgerechnet.
Wie du die richtige Kalkulation für jedes Gericht auf deiner Karte aufbaust: Speisekarte optimieren.
| 📂 FALLBEISPIEL Stadtrestaurant in Berlin, 45 Sitzplätze, inhabergeführt Ausgangssituation: Der Inhaber hatte das Restaurant seit fünf Jahren ohne Lieferdienst betrieben. 2023 listete er sich bei Lieferando. Eigenlieferung mit einem fest angestellten Fahrer. Nach einem Jahr: Lieferumsatz 4.800 Euro monatlich, aber kein spürbares Gewinnwachstum. Analyse: 13 % Provision auf 4.800 Euro: 624 Euro monatlich an Lieferando. Fahrerkosten (Vollzeit-Anteil Liefertätigkeit): 920 Euro. Verpackungen: 210 Euro. Erhöhter Wareneinsatz durch Einzelportionierung: ca. 180 Euro. Gesamt: 1.934 Euro Extrakosten. Der Betrieb hatte damit de facto 4.800 Euro Umsatz gemacht und 1.934 Euro Verlust auf diesen Kanal produziert. Entscheidung: Listung bei Lieferando beendet. Start mit eigenem Bestellsystem über die Restaurantwebsite. Aufbau eines Stammkunden-Newsletter-Systems. Nach sechs Monaten: 1.100 Euro monatliche Direktlieferbestellungen, 0 Provision, positiver Deckungsbeitrag. Name und Ort wurden aus Datenschutzgründen anonymisiert. Der geschilderte Fall basiert auf einer echten Beratungssituation der Gastro Piraten.
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Was die Plattformen dir nicht sagen
Lieferando ist sehr gut darin, den Nutzen zu kommunizieren. Reichweite. Neue Kunden. Millionen potenzieller Besteller. Im Schnitt 100.000 Euro jährlicher Zusatzumsatz pro Restaurant.
Umsatz. Nicht Gewinn.
Die Plattformen haben kein Interesse daran, dass du weißt, was wirklich übrig bleibt. Ihr Geschäftsmodell basiert auf Provision. Je mehr du verkaufst, desto mehr verdienen sie. Ob du dabei Gewinn machst, ist nicht ihr Problem.
- Schattenwebseiten: Lieferando hat in Deutschland über 50.000 Domänen registriert, die Restaurantwebseiten nachahmen. Wer dort bestellt, zahlt 13 Prozent Provision, obwohl er dachte, direkt beim Restaurant zu bestellen. (Quelle: Bayrischer Rundfunk, Tagesspiegel)
- Preisbindung: Du darfst auf der Plattform keine höheren Preise verlangen als im Restaurant. Du kannst die Provision also nicht auf den Kunden umlegen, ohne gleichzeitig auch die Preise im Haus anzuheben.
- Kundenbindung gehört der Plattform: Der Lieferando-Kunde ist Lieferando-Kunde. Nicht deiner. Er bestellt wieder dort. Nicht bei dir direkt.
- Kundendaten bekommt du nicht: Keine E-Mail-Adressen, keine Direktkontakte. Du kannst diese Kunden nicht selbst ansprechen, nicht reaktivieren, nicht binden.
| ⚠️ WARNUNG DEHOGA-Warnung: Die Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Bundesverbands, Ingrid Hartges, hat explizit vor der Zusammenarbeit mit Lieferdiensten gewarnt. Die Provisionen seien oft die gesamte Marge eines Gastronomen. „Davon kann ich nicht mehr leben“ höre man immer wieder von Betrieben. (Quelle: Tagesspiegel, Business Insider)
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Die Alternativen: Was wirtschaftlich sinnvoller ist
Lieferando und Wolt sind nicht die einzigen Wege, Lieferbestätigung zu ermöglichen. Sie sind nur die bequemsten.
Eigenes Bestellsystem
Ein eigenes Online-Bestellsystem kostet zwischen 50 und 200 Euro monatlich, je nach Anbieter und Funktionsumfang. Keine Provision. Dafür brauchst du Marketing, um Kunden auf deine Seite zu bringen. Google Business Profil, lokales SEO, ein Newsletter: Das ist Arbeit, aber es ist dein Kanal, dein Kunde, deine Daten.
Der Break-even: Wenn du monatlich mehr als 400 bis 1.500 Euro Provision an Lieferando zahlst, hat ein eigenes System sich in der Regel innerhalb von drei bis sechs Monaten amortisiert.
Lieferando als Übergangswerkzeug nutzen, nicht als Dauerstrategie
Es gibt eine sinnvolle Nutzungsstrategie: Lieferando für die ersten Monate, um Bestellvolumen aufzubauen und Kundenkontakte zu generieren. Parallel dazu sofort ein eigenes System aufbauen und Kunden aktiv auf den eigenen Kanal umleiten. Stammkunden mit eigenem Newsletter und Rabatt für Direktbestellungen.
Das Ziel: Lieferando wird kleiner, das eigene System wird größer. Nicht umgekehrt.
Telefon und Click-and-Collect
Unterschätzt und oft übersehen: Bestellungen per Telefon und Selbstabholung. Keine Provision. Keine Verpackungskosten für Transport. Und du baust eine direkte Kundenbeziehung auf.
Das funktioniert vor allem in Wohngebieten, bei Stammkunden und für Betriebe mit erkennbarem Profil. Nicht für jeden. Aber für mehr Betriebe als man denkt.
Was ein Gastronomiebetrieb wirklich verdienen kann und wie die Marge entsteht: Wie viel verdient ein Gastronom.
Wenn du Lieferdienste nutzt: So kalkulierst du richtig
Falls du dich trotzdem für eine Plattform entscheidest oder bereits gelistet bist, dann bitte mit dieser Grundregel: Kein Gericht auf dein Liefermenü, dessen Deckungsbeitrag nach Abzug von Provision, Verpackung und Liefer-Extraaufwand unter 4 Euro liegt.
Die Mindest-Checkliste für jedes Liefergericht:
- Wareneinsatz des Gerichts für die Lieferportion berechnen (oft höher als die Restaurantportion, weil Sauce separat, Verpackung, Portionstoleranz).
- Verpackungskosten dazurechnen: realistisch 0,60 bis 1,50 Euro pro Bestellung, abhängig von Schalen, Tüten, Besteck.
- Provision der Plattform abziehen: 13 bis 15 Prozent bei Eigenlieferung.
- Zahlungsabwicklung abziehen: 0,69 bis 2 Prozent, abhängig von Plattform und Zahlungsart.
- Lieferkosten (Fahrerstunden anteilig) einrechnen: Wenn ein Fahrer 20 Euro Stundensatz kostet und 4 Bestellungen pro Stunde ausfährt, sind das 5 Euro Lieferkosten pro Bestellung.
- Ergebnis: Ist noch ein positiver Deckungsbeitrag übrig? Wenn nicht, das Gericht nicht auf das Liefer-Menü.
| 💡 TIPP Das Mindestbestellwert-Prinzip: Wenn du Lieferdienste nutzt, setze einen Mindestbestellwert, bei dem die Fixkosten pro Bestellung (Verpackung, Lieferung, Provision) durch den Deckungsbeitrag der bestellten Gerichte gedeckt werden. Bei einem Durchschnittsbon unter 18 bis 20 Euro ist das fast immer eine Verlustrechnung.
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Lohnt sich Lieferando für ein Restaurant?
Die direkte Antwort: Für die meisten inhabergeführten Restaurantbetriebe mit klassischer Kostenstruktur lohnt es sich nicht, ohne vorherige spezifische Kalkulation. Die Provision frisst bei Betrieben mit 6 bis 12 Prozent Nettomarge die gesamte oder mehr als die gesamte Marge auf.
Es lohnt sich, wenn: die Küche freie Kapazität hat und kein zusätzliches Personal genötigt wird, oder der Betrieb als Ghost Kitchen konzipiert ist, oder ein separates Liefermenü mit höherem Deckungsbeitrag kalkuliert wird und der Mindestbestellwert stimmt.
Es lohnt sich nicht, wenn: Lieferbestellungen zusätzliche Personalkosten generieren, der Durchschnittsbon unter 20 Euro liegt, die Provision nicht in der Kalkulation berücksichtigt ist.
DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges hat es auf den Punkt gebracht: Letztendlich kann die Frage, was sich lohnt, nur jeder Gastronom individuell und abhängig von seiner konkreten Betriebssituation beantworten. Der erste Schritt ist immer: die Rechnung aufmachen.
Quelle: Business Insider, DEHOGA Bundesverband
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| 🎴 Wer steckt hinter diesem Artikel? René Kaplick ist ausgebildeter Koch mit Stationen in der Sternegastronomie (u.a. First Floor Berlin), Handelsfachwirt und Unternehmensberater mit über 15 Jahren Branchenerfahrung. Die Gastro Piraten beraten seit 2010 über 5.600 Betriebe im DACH-Raum und sind akkreditierter KfW- und BAFA-Berater sowie Partnerbetrieb des DEHOGA Berlin/Brandenburg. Alle Zahlen und Fallbeispiele stammen aus echten Beratungssituationen. Keine Theorie vom Schreibtisch.
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Warum Plattform-Provisionen zusammen mit falscher Kalkulation einer der häufigsten Scheitergründe sind: Warum scheitern Gastronomiekonzepte.
Wie du die Prime Cost und Wareneinsatzquote deines Betriebs richtig berechnest: Wareneinsatz Gastronomie.
Häufige Fragen zu Lieferdiensten und Plattformprovisionen
| Wie viel Prozent nimmt Lieferando pro Bestellung? |
| Bei Eigenlieferung durch das Restaurant: 13 bis 14 Prozent des Netto-Bestellwerts plus 0,69 Euro Onlinezahlungsgebühr pro Bestellung. Bei Lieferung durch Lieferando: 30 bis 31 Prozent. Seit April 2025 kommt eine zusätzliche Servicegebühr von 2,5 bis 5 Prozent direkt für den Kunden hinzu, gedeckelt bei 0,99 Euro. (Quellen: Tagesspiegel, Jack News 2025) |
| Lohnt sich Lieferando für ein kleines Restaurant? |
| In den meisten Fällen nicht ohne spezifische Kalkulation. Ein Betrieb mit 10 Prozent Nettomarge, der selbst ausliefert und 13 Prozent Provision zahlt, plus Verpackung und Lieferkosten, macht auf jeder Bestellung Verlust. Es lohnt sich nur bei freier Küchenkapazität ohne zusätzliche Personalkosten, als Ghost Kitchen oder mit einem separat kalkulierten Liefer-Menü mit höherem Deckungsbeitrag. |
| Darf ich auf Lieferando höhere Preise verlangen als im Restaurant? |
| Nein. Laut Lieferando-Vertragskonditionen müssen die Preise in der App identisch mit den Preisen im Restaurant sein. Wer trotzdem höhere Preise ansetzt, riskiert Vertragsverstoß und Kündigung durch die Plattform. (Quellen: Tagesspiegel, Jack News 2025) |
| Welche Alternativen zu Lieferando gibt es für Restaurants? |
| Eigenes Online-Bestellsystem (50 bis 200 Euro monatlich, keine Provision). Direktbestellung per Telefon mit Click-and-Collect. Aufbau eines eigenen Kunden-Newsletters mit Direktlieferangebot. Kooperation mit lokalen Plattformen ohne Monopolstellung. Langfristig ist ein eigener Kanal wirtschaftlich deutlich attraktiver als Plattformabhängigkeit. |
| Was ist der Break-even-Punkt für ein eigenes Bestellsystem? |
| Wenn du monatlich 400 bis 1.500 Euro Provision an Lieferando zahlst (abhängig von deinem Bestellvolumen), amortisiert sich ein eigenes System innerhalb von drei bis sechs Monaten. Der Unterschied: Im eigenen System sind Kundendaten und Stammkundenbindung. Bei Lieferando gehören dir weder Kundenkontakte noch E-Mail-Adressen. |
| Wie kalkuliere ich den Mindestbestellwert für meinen Lieferdienst? |
| Addiere die Fixkosten pro Bestellung: Verpackung (0,60 bis 1,50 Euro), Provision (13 bis 15 Prozent vom Bestellwert), Zahlungsabwicklung (ca. 0,70 Euro) und Lieferkosten anteilig (z.B. 5 Euro bei eigenem Fahrer). Der Bestellwert muss hoch genug sein, dass der Deckungsbeitrag der bestellten Gerichte diese Fixkosten übersteigt. Bei einem Durchschnittsbon unter 18 bis 20 Euro ist das in den meisten Betrieben nicht erreichbar. |
| Was passiert mit meinen Kundendaten bei Lieferando? |
| Die Kundendaten gehören Lieferando, nicht dir. Du bekommst keine E-Mail-Adressen, keine Kontaktdaten, keine Möglichkeit, diese Kunden direkt anzusprechen. Der Lieferando-Kunde bestellt wieder über Lieferando, nicht direkt bei dir. Das ist einer der größten langfristigen Nachteile der Plattformabhängigkeit. |
| Wann macht eine Ghost Kitchen Sinn? |
| Eine Ghost Kitchen macht Sinn, wenn der Betrieb von Anfang an nur auf Lieferung ausgerichtet ist und keine Gastraum-Fixkosten hat. Ohne Servicepersonal, ohne Gastraummiete und mit fokussierter Speisekarte kann die Kostenstruktur für Plattformprovisionen von 13 bis 15 Prozent tragbar sein. Der Fehler: Ghost Kitchen als Zusatz zu einem bestehenden Restaurant zu betreiben, ohne separate Vollkostenrechnung. |



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